In meinem Artikel Mobil trotz Blindheit das ist der Trick hatte ich in der Einleitung geschrieben, dass unsere Welt zum Großteil auf sehende Orientierung ausgerichtet ist. So hatte ich auch geschrieben dass es für eine gute Mobilität von Blinden wie mir notwendig ist eine gute Ortskenntnis und Orientierung zu besitzen. Das bedeutet natürlich nicht, dass es für Blinde generell unmöglich ist sich in einer fremden Gegend alleine zurecht zu finden. In diesem Artikel möchte ich auf ein paar kleine Orientierungshilfen eingehen, die uns das Leben deutlich erleichtern und es Blinden ermöglichen auch ohne Ortskenntnis das gewünschte Ziel zu erreichen:-)

Die Senseo HD7812/50 in meiner Küche

Während meines Umzugs nach München und dem Einrichten meiner Küche kam mir natürlich auch der Gedanke nach der Kaffeemaschine, welche mir in Zukunft meinen täglichen Morgenkaffee brühen solle. Ein guter Morgenkaffee ist für mich genauso wichtig wie für einen Raucher seine erste Zigarette. Klar könnte ich auch ohne Kaffee in den Tag starten, aber ich lasse mir von niemanden meine Sucht verderben! :-)

Ich suchte nach einem Gerät, mit dem ich schnell und unkompliziert Kaffee oder ähnliche Getränke zubereiten kann. Somit fiel die Filtermaschine wie auch der Vollautomat weg. Eine Filtermaschine ist sehr nützlich wenn man mehrere Tassen Kaffee brühen möchte und ein Vollautomat ist für meine einfachen Ansprüche schlichtweg zu teuer. Die Vor- und Nachbereitungen sind bei beiden Arten nicht gering. Ich habe mich also auf die unterschiedlichen Kapsel- und Padmaschinen konzentriert. Zu meinem Bedauern waren hier das Internet und die darin massig findbaren Tests keine wirkliche Hilfe. Jeder Mensch legt besonderen Wert auf andere Eigenschaften. So ist manchen das kompakte schicke Design wichtig, andere wie ich sind vor allem an der Qualität des Endergebnisses interessiert. Mir blieb keine andere Wahl als einige Maschinen einfach selbst zu testen.

Allyouneed Fresh Lieferung kommt in stabilen Kisten bis vor die Tür

Nachdem ich dank des online Lieferservice von REWE seit langem mal wieder dieses typische Shopping Gefühl erleben konnte, hatte ich entschieden dies in Zukunft nicht mehr missen zu wollen. Da Rewe allerdings nicht der einzige Supermarkt ist, der einen Lieferservice anbietet, entschied ich möglichst alle zu testen und den für mich Besten zu finden. Am Samstag musste ich überraschend feststellen, dass meine Getränkekästen langsam sehr leicht werden und das Licht im Kühlschrank deutlich heller ist. Also entschied ich mich schnellstmöglich etwas gegen diesen Zustand zu unternehmen. Das bedeutet: Heute wird wieder online eingekauft! Dieses mal landet aber nicht die Adresse vom Rewe Lieferservice in der Adressleiste sondern die von Allyouneed Fresh.

Ich mit Blindenstock im Einkaufszentrum

Schon häufig haben Leute mir gegenüber geäußert, wie bewundernswert sie es finden, dass ich trotz Blindheit sehr mobil bin. Anfangs konnte ich diese Aussage nicht wirklich zuordnen, doch als ich neulich genauer darüber nachdachte, fiel mir auf dass unsere Welt doch zum Großteil auf sehende Orientierung ausgerichtet ist. Ist einem dieser Umstand erst einmal bewusst, ist es wirklich bemerkenswert, dass Blinde sich so gut zurecht finden. Sicher, etwas Übung gehört auf jeden Fall dazu. Eine gute Ortskenntnis und Orientierung sind auf jeden Fall wichtig, in meinem Beitrag heute geht es aber um die Hilfsmittel der Blindenstock und der Blindenführhund - ohne sie geht gar nichts!

Die komplette Lieferung kam in vier stabilen Transportboxen bis vor die Tür

Einkaufen bin ich noch nie gern gegangen. Seitdem ich blind bin wurde diese Abneigung aber zu einem echten Problem. Nun war ich immer darauf angewiesen von Freunden, Verwandten oder Verkäufern Hilfe zu erbitten. Zu meinem Glück war dies nie ein Problem Jeder muss einkaufen gehen und ob dann noch ein-zwei Dinge mehr im Einkaufswagen landen stört die meisten nicht. Ich gewöhnte mir schnell eine gewisse Routine an: "Drei mal dies, vier mal jenes, ein Kasten Wasser und neues Duschgel bitte." Für diese Hilfe bin ich unendlich Dankbar(!) doch so kam bei mir nicht mehr dieses typische Shopping Gefühl auf :-( Denn es ist schon etwas völlig anderes wenn man selbst durch die Regale läuft, selbstständig wählt und spontan auch mal etwas neues probieren kann. Da ich hier in München aber scheinbar nicht der einzige mit diesem Problem bin, bieten immer mehr Ketten mittlerweile auch Online-Bestellsysteme an. Auch Rewe konnte sich diesen Markt nicht entziehen und so entstand der Rewe Lieferservice. Da ich schon viel Positives dazu hörte probierte ich es einmal aus.

Alle Euro Münzen und Scheine übereinander - wenn man die Unterschiede kennt kann man Geld auch blind erkennen

Vor ein paar Wochen wollte ich im Fitnessstudio mit meinem Trainer einen Kaffee trinken. Da er beim letzten Mal bezahlt hatte war nun ich an der Reihe. Also suchte ich schnell passend Geld für zwei Kaffee aus meinem Portmonee und ließ zwei Tassen aus dem Automaten. Beim Einstecken des Geldes fragte er mich ganz erstaunt, woher ich weiß, wie viel Geld ich gerade in den Automaten stecke!? Da ich an diesem Tag glücklicherweise viel Kleingeld bei mir hatte konnte ich ihm die Unterschiede der Euro- und Cent- Stücke genau zeigen.

Geldautomat mit eindeutigem Kartenslot und den eingesteckten Kopfhörern

Vergangene Woche musste ich mal wieder meine Mittagspause überziehen, um mit einem meiner Kollegen Geld abheben zu können. Er fragte mich bei dieser Gelegenheit ob ich dies nicht auch nach der Arbeitszeit erledigen könne. Also erklärte ich ihm, dass ich allein leider kein Geld am Automaten abheben kann. Wie mit vielen Geräten bin ich auch an Geldautomaten an ein Sprachführung angewiesen. Automaten mit dieser Funktion gibt es zwar, von der Sparkasse gibt es davon allerdings in meiner Umgebung keine. Gegen die Alternative, einen normalen Automaten im Blindflug zu bedienen weigere ich mich aus ihm gut verständlichen Gründen. Diese haben zwar markierte Tasten, die Funktionen und die Menüführung sind allerdings von Gerät zu Gerät überraschend unterschiedlich was das ganze zu einem Glücksspiel verkommen lässt. Die einzige Möglichkeit die mir damit bleibt ist, zu den Schalterzeiten bei einer Mitarbeiterin Geld von meinem Konto abzuheben.

So viele Apps, leider nur noch wenig Akku

Vor wenigen Tagen hatte ich ein unfreiwilliges Erlebnis wovon ich euch berichten möchte. An jenem Tag wollte ich eine Messe besuchen und da diese nicht in München stattfand schaute ich bereits am Vorabend wie ich am schlausten und unkompliziertesten mit der Bahn zu dieser hin und wieder zurückkomme. Anschließend speicherte ich die Hin- und Rückfahrtszeiten, je mit Umstiegszeiten und Abfahrtsgleis in meinem Kalender. Dieser wird mit meinem Smartphone abgeglichen und so kann ich immer rechtzeitig an die notwendigen Umstiege erinnert werden. Der nächste Tag war vorbereitet und so entschloss ich den restlichen Abend mit Freunden zu verbringen. Kurz per Whatsapp auf den guten Italiener um die Ecke geeinigt und schon war ich mit Denny auf dem Weg. Der Abend wurde noch sehr lustig, hätte ich da nicht eine Kleinigkeit vergessen. Denn als ich am kommenden Morgen in der Bahn saß teilte mir mein iPhone mit, dass der Akku nur noch zu 10% geladen ist. Dafür kann ich nur eine mögliche Begründung finden und zwar, dass ich es am Abend nicht richtig auf die QI-Ladestation gelegt hatte und es mich deshalb nicht wie sonst üblich mit einem vollgeladenen Akku erfreuen konnte.

Screenshot der JoomlaOberfläche beim erstellen des Beitrags

In letzter Zeit wurde ich häufiger gefragt, worauf ich beim Schreiben eines Artikels für meinen Blog achte und wie ich auf die Themen komme. Hier muss ich mit einem Eingeständnis beginnen, aber ich stehe zu meinen Fehlern :-) Als ich mit diesem Blog angefangen habe, habe ich Beiträge einfach so geschrieben, wie sie mir gerade in den Kopf gekommen sind. Leider musste ich nach kurzer Zeit bereits feststellen, dass auf diese Art die Artikel keine einheitliche Form und keinen wirklichen roten Faden hatten. Mir ist aufgefallen, dass dies einer der Gründe ist, wieso ich selbst bereits einige Blogs nicht mehr verfolge. Mir sollte es so nicht ergehen und deshalb überlegte ich, wie ich meinen Blog attraktiver gestalten kann.

Ich suchte also im Internet nach Tipps zum Bloggen und stieß auf diesen Beitrag von blogprojekt.de. Darüber hinaus wurde mir noch dieser Artikel in englisch empfohlen. Nach gründlichem Lesen erstellte ich 8 Arbeitsschritte, nach denen ich in Zukunft Beiträge schreiben werde.

Peter und ich vor dem Tauchen im Becken

Die nachfolgende Geschichte beginnt im Jahr 2013, kurz nachdem ich aus dem kleinen und übersichtlichen 990-Seelen-Ort Nurzen nach München gezogen bin. Ich hatte dort gerade einen neuen Job angenommen und war dabei meine neuen Kollegen kennen zu lernen. Mein Kollege Peter erzählte mir, dass er regelmäßig Tauchen geht. Als ich erwiderte, dass ich dies auch gerne einmal machen würde merkte er an "Ich kann dich gern einmal zum Training mitnehmen." Natürlich dachte ich dass er dies nur so dahin gesagt hatte, denn ein normaler Tauchkurs dauert immerhin mehrere Tage und man sollte sich vorher einiges an Wissen aneignen. Wenige Tage später kam er erneut auf mich zu und sagte mir, dass er am kommenden Mittwoch wieder zum Tauchtraining gehen werde und fragte ob ich noch Interesse hätte. Natürlich könnte er mit mir in dieser kurzen Zeit keinen kompletten Tauchkurs machen, aber einmal hinein schnuppern kann nicht schaden!

Vor zwei Jahren wurde ich von zwei Studentinnen angesprochen, ob ich ihnen bei ihrer Bachelor Arbeit helfen könnte. Die beiden beschäftigten sich in ihrer Arbeit mit dem Vertrauen von Blinden zu ihren Blindenführhunden und ich habe mich natürlich gern dazu bereit erklärt. Wenige Tage später traf ich die beiden und nachdem Sie mir alle Fragen zu Ihrer Arbeit gestellt hatten, hatten sie noch viele weitere Fragen an mich. So war es ihnen zum Beispiel unvorstellbar, dass ich alleine leben kann. Woher soll ich allein wissen, welche Kleidungsstücke zusammen passen, welcher der Zucker- und welcher der Salzstreuer ist oder ob alle Lampen in der Wohnung ausgeschaltet sind. Nachdem ich den beiden auch diese ganzen Fragen beantwortet hatte war die Fragestunde jedoch noch nicht vorbei. Die kommenden Fragen waren dann nicht mehr dem alltäglichen Leben eines Blinden gewidmet, sondern nun wollten sie allgemeinere Dinge von mir wissen. So zum Beispiel wo ich zuletzt im Urlaub war, was ich an Hobbys habe und was ich zuletzt außergewöhnliches gemacht habe. Meine Antwort auf die letzte Frage verblüffte die beiden.

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Ich mit Blindenstock auf Shoppingtour

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