Die nachfolgende Geschichte beginnt im Jahr 2013, kurz nachdem ich aus dem kleinen und übersichtlichen 990-Seelen-Ort Nurzen nach München gezogen bin. Ich hatte dort gerade einen neuen Job angenommen und war dabei meine neuen Kollegen kennen zu lernen. Mein Kollege Peter erzählte mir, dass er regelmäßig Tauchen geht. Als ich erwiderte, dass ich dies auch gerne einmal machen würde merkte er an "Ich kann dich gern einmal zum Training mitnehmen." Natürlich dachte ich dass er dies nur so dahin gesagt hatte, denn ein normaler Tauchkurs dauert immerhin mehrere Tage und man sollte sich vorher einiges an Wissen aneignen. Wenige Tage später kam er erneut auf mich zu und sagte mir, dass er am kommenden Mittwoch wieder zum Tauchtraining gehen werde und fragte ob ich noch Interesse hätte. Natürlich könnte er mit mir in dieser kurzen Zeit keinen kompletten Tauchkurs machen, aber einmal hinein schnuppern kann nicht schaden!

Da ich selbstverständlich noch Lust hatte und sein Angebot total super fand, nahm ich an dem besagten Tag meine Badesachen mit und war gespannt auf das was kommen mag. Direkt nach der Arbeit fuhren wir zusammen zu der Trainingshalle, in welcher sich neben einem 100 Meter Schwimmbecken noch ein großes Trainingsbecken zum Tauchen und für andere Trainingsmöglichkeiten befanden.

Nachdem Peter mir alles gezeigt hatte, suchten wir passend für mich einen Tauchanzug, Bleigewichte, eine Tarierweste, Tauchflossen und eine Tauchmaske im Lager heraus. Als wir die komplette Taucherausrüstung gefunden hatten, zogen wir uns um und dann ging es auch schon zum Becken. Ohne ein Drucklufttauchgerät (mehrere Druckluftflaschen und ein Atemregler) wäre das Ganze jedoch ein kurzes Vergnügen gewesen. Also mussten auch diese aus dem Lager zum Beckenrand gebracht werden. Anschließend stiegen wir ins Becken und setzten uns auf den Beckenrand und bevor es wirklich losgehen sollte erklärte mir Peter noch kurz was ich zu beachten hatte. So zum Beispiel, welche Gesten normalerweise verwendet werden, um sich Unterwasser zu unterhalten. Da ich diese allerdings ohnehin nicht sehen würde einigten wir uns auf unterschiedliche Zeichen die er mir auf den Oberarm hinterlässt und ich würde anschließend mit den normalen Tauchergesten antworten. Eine gute Idee.

Um kein Barotrauma zu erleiden erklärte er mir ebenso ausführlich wie ich den Druckausgleich richtig hinbekomme und anschließend konnte es dann losgehen. Vor dem Eintauchen hatte ich kurz Bedenken da das Drucklufttauchgerät und die Bleigewichte zusammen immerhin um die 20kg wiegen. Da bekommt man schon etwas Angst von diesen nach unten gezogen zu werden. Peter konnte mich jedoch beruhigen. Er meinte, ich solle einfach das Drucklufttauchgerät ins Wasser werfen, dann werde ich sehen dass es nicht unter gehen wird. In diesem Augenblick machte es auch bei mir *Klick* und mir wurde klar - die Gasflaschen sind ja mit Luft gefüllt und werden nach oben getrieben.

Es war soweit. Ich setzte mir beruhigt die Atemmaske auf und ließ mich ins Wasser gleiten. Peter folgte mir und mit wenigen Flossenschlägen ließen wir uns durch das Becken tiefer und tiefer tragen. Ein klasse Gefühl und man merkt die ca. 20 kg zusätzliches Gewicht wirklich nicht. Bereits nach einer Minute merkte ich dass der Druck auf meinen Ohren deutlich zunahm. Da dies nicht nur unangenehm ist sondern auch zu dem bereits erwähnten Barotrauma führen kann schluckte ich wie man das aus dem Flugzeug kennt, um so den Druckausgleich vorzunehmen. Da der Druck gleich verschwand fühlte ich mich nicht verpflichtet Peter ein Zeichen zu geben und so tauchten wir normal weiter hin und her, hoch und runter. Doch nach ca. 5 Minuten im Becken gab mir Peter das Signal zum Auftauchen und so ging es wieder an die Wasseroberfläche. Als Erstes fragte er mich, ob ich den Druckausgleich richtig hinbekommen hatte, denn nur wenn dies bereits funktioniert können wir auch gerne etwas tiefer tauchen. Da ich damit aber kein Problem hatte und das Tauchen ein klasse Gefühl war, ging es gleich wieder unter die Wasseroberfläche und dieses Mal nicht nur länger sondern auch bis auf eine Tiefe von 15 Metern herab. Anschließend tauchten wir noch zweimal für ungefähr 15 Minuten, bis Peter mir erneut das Signal zum Auftauchen gab. Er hatte leider über den Finimeter gesehen, dass die Pressluftflaschen so gut wie leer waren. Und so war der Spaß nach knapp einer Stunde auch schon wieder vorbei.

Fazit

Wie von Peter gesagt war dieses kurze Erlebnis nicht mit einem vollständigen Tauchkurs vergleichbar. Da ich nun aber weiß, wie viel Spaß Tauchen macht überlege ich immer einmal wieder ob ich diesen irgendwann mal machen sollte. Ein Tauchkurs würde mir die nötige Übung bringen und mit einem Tauchschein darf man dann auch länger und tiefer tauchen.

Kommentare  

Elke
#3 Elke 2016-01-12 20:24
Wie sag ich immer, geht doch ;-)
auf geht´s mit und ohne Handikap ...
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Michael Steinheber
#2 Michael Steinheber 2015-11-04 22:27
Super War bestimmt eine super Erfahrung!
Dies zeigt auch das eine Behinderung nicht der Grund sein kann das man Dinge nicht tun kann wie auch jeder andere Bürger.
Mach weiter so!
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Vicky
#1 Vicky 2015-11-04 12:35
Das klingt echt super. Tauchen ist bestimmt cool.
Aber ich finde es im Meer eklig, da brauch ich auch nicht tauchen lernen...
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