Einige von euch werden es bereits wissen - seit mittlerweile eineinhalb Jahren spiele ich regelmäßig in den Räumen des BBSB München Showdown, eine abgewandelte Art des Tischtennis für Blinde. Heute war ich mal wieder auf der schwerlichen Internetsuche nach der passenden Ausrüstung. Für diesen Nieschensport eine schwierige Aufgabe. Ich hoffe euch diese Arbeit mit diesem Artikel zu vereinfachen.

Update: Mittlerweile konnte ich verschiedene Produkte testen, die Ergebnisse findet Ihr nun in der zweiten Hälfte des Artikels.

Über Showdown hatte ich bereits in meinem Artikel "Showdown - Tischtennis für Blinde" ausführlich berichtet. Neben etwas Geschick und Training ist das Wichtigste das man mitbringen sollte ein gut gepolsterter Schutzhandschuh für die Spielhand. Der Hartplastikball rollt schnell über die Platte und kann an einem ungeschützten Handrücken ordentlich schmerzen. Ein guter Schutz sollte daher den Handrücken polstern während die Handinnenfläche guten Halt für den Schläger bietet.

Showdown ist ein recht unbekannter und nur von wenigen gespielter Sport. Schutzhandschuhe speziell für diesen Sport findet man nicht. Schnell wurde ich auf Feldhockey aufmerksam. Bei diesem Lauf-Teamsport hält man einen Hockeyschläger und der Schutzhandschuh befindet sich aufgrund der üblichen Schlägerhaltung immer an der linken Hand.

In den Geschäften findet man deshalb fast nur Schutzhandschuhe für die linke Hand. Ein großes Problem, da man als Rechtshänder den Showdown-Schläger in der rechten Hand hält. Nach langer Recherche konnte ich folgende Rechtshand-Modelle ausmachen:

  • TK T3 (Rechts) – Gefühlt der Klassiker unter den Rechtshand-Schlägern, überall gelistet, nirgends auf Lager. Von einem Händler musste ich erfahren, dass (zumindest zu diesem Zeitpunkt) die Produktion eingestellt wurde. Ich besitze aktuell noch dieses Modell und war damit immer sehr zufrieden, wirklich schade.
  • TK Total Two AGX 2.1 (Rechts) – Vom selben Hersteller ein leider weniger elegant aussehendes Modell mit Schaumstoff-Elementen als Schutzpolster
  • Indian Maharadja Glove (Rechts) – Laut Online-Angebot ähnlich zum vorherigen. Innen weiß, außen schwarz
  • GRAYS International Pro (Rechts) – Ein weiteres interessantes Modell, schwarz mit Verzierungen in neon gelb oder neon pink

Da mein aktueller TK T3 sich dem Ende seiner Lebenszeit nähert bin ich auf der Suche nach einer guten Alternative. Die drei genannten Modelle wirken sehr ähnlich, entscheiden konnte ich mich nicht. Deshalb habe ich alle drei bestellt.

 

Update: Die Testkandidaten sind eingetroffen!

Der obere Teil dieses Artikels stammt vom 25. Dezember 2017. Heute ist der 21. Januar 2018 und vor circa einer Woche sind die drei bestellten Feldhockeyhandschuh bei mir angekommen. Selbstverständlich testete ich sie im Laufe des letzten Showdown Trainings mit dem Ziel sie optimal miteinander zu vergleichen und euch schnellstmöglich einen Handschuh empfehlen zu können. Zu meinem Bedauern stellte ich fest das leider nicht jeder der drei gut für Showdown geeignet ist.

Erfreulich ist, dass ich nun besser weiß, welche Eigenschaften ein Handschuh für Showdown erfüllen muss. Beim Vergleich sind mir Unterschiede in folgenden Bereichen aufgefallen:

  • Material – Das Material eines Handschuhs entscheidet darüber, wie gut der Handschuh über die Showdown-Platte gleitet und wie gut der Schläger gehalten werden kann. Feldhockeyhandschuhe mit einer leichten Gummierung auf der Außenseite rutschen nicht gut über die Platte, wodurch der schnelle und häufig notwendige Wechsel der Position des Schlägers erschwert wird. Hier sind synthetische Stoffe besser geeignet. Auf der Handinnenseite hingegen verhält es sich genau umgedreht, Denn eine Gummierung bedeutet, dass der Schläger besser gehalten werden kann. Daher solltet ihr bei dem Material auf diesen Mix aus Synthetik und gummiertem Stoff achten.
  • Polsterung – Beim Showdown sollte der Handrücken geschützt werden. Der richtige Grad an Polsterung ist wichtig, damit beim Spiel ein guter Schutz gegen Schmerzen in der Hand und den Fingern besteht. Ist die Polsterung zu dünn wird nicht ausreichend vor kräftig geschlagenen Bällen geschützt, ist sie zu dick geht es auf das Gewicht des Handschuhs, welches möglichst gering sein sollte.
  • Fingerschutz – Ein guter Showdownhandschuh bietet einen gewissen Fingerschutz. Was bedeutet, alle Finger sollten bis zur Fingerspitze auf der Außenseite gepolstert sein. Dies verhindert dass ein von der Bande zurückprallender Ball schmerzhafte Folgen hat. Weiterhin ist auch die freie Fingerbeweglichkeit nicht zu verachten. So bringt der beste Fingerschutz nichts, wenn im Spiel nicht das nötige "Fingerspitzengefühl" beim Positionieren des Schlägers vorhanden ist.
  • Gripp – Der Gripp (die Griffigkeit) ist beim Showdown wichtig. Ohne Gripp ist die Rutschgefahr durch Schweiß und die damit verbundene Gefahr den Schläger zu verlieren groß. Laut Showdown Regeln führt dies automatisch dazu, dass man das Spiel verloren hat. Daher sollte ein Handschuh mit gummiertem Stoff in der Handinnenfläche verwendet werden. Dieser Stoff darf nicht zu dick sein um nicht das Gefühl für den Schläger zu verlieren.
  • Handgelenkbandage – Eine Handgelenkbandage sorgt dafür, dass das Handgelenk gegen starke Stöße durch hart geschlagene Bälle unterstützt wird und verhindert dass der Handschuh nicht von der Hand rutschen kann. So werden Handgelenksschäden und der Verlust des Handschuhs während eines langen Spiels verhindert. Beim Handschuh für Showdown ein Muss.
  • Reinigung – Ein Showdownhandschuh sollte pflegeleicht sein. Wie bei allen Sportarten schwitzt man auch beim Showdown, in diesem Fall schwitzt vor allem die Hand im Handschuh, weshalb dieser regelmäßig gereinigt werden sollte. Es ist daher sehr wichtig, dass eine Reinigung durch einen Waschgang in der Waschmaschine oder eine Reinigung mit Wasser per Hand erfolgen kann. Ein Reinigungsvorgang darf nicht dazu führen dass das Material anschließend nicht mehr voll funktionsfähig ist.
  • Preis – Als letzten und wichtigsten Punkt, wäre der Preis zu beachten. Nicht jeder teure Handschuh ist gleich besser als seine günstigeren Konkurrenten. Viel wichtiger ist dass die zuvor von mir aufgezählten Kriterien auf den jeweiligen Handschuh zutreffen.

Die vier Kandidaten im Vergleich

TK T3

  • Material – hier wurde genau die richtige Kombination aus Synthetik Stoff auf der Hand Außenseite und gummierter Stoff auf der Handinnenseite verwendet.
  • Polsterung – hier wurde ein Plastik Schutz in der Handaußenseite verbaut bei dem ich bis vor kurzem immer dachte dass dieser optimalen Schutz selbst vor hart geschlagenen Bällen bietet, jedoch im Vergleich zu den drei neuen Kandidaten ist der Schutz ungenügend
  • Fingerschutz – die Finger sind ebenfalls mit Plastik Schutzelementen versehen welcher auch guten Schutz bietet doch wenn hart geschlagene Bälle den Finger treffen dämpft dieser nicht optimal. Die Fingerbeweglichkeit hingegen ist hervorragend
  • Gripp – dank des verwendeten gummierten Stoffs auf der Handinnenseite rutscht der Schläger so gut wie nicht aus der Hand und das Gefühl für den Schläger kann gut hergestellt werden
  • Handgelenkbandage – die Bandage ist genau an der richtigen Position um das Handgelenk bei hart geschlagenen Bällen zu unterstützen, weiterhin wird sie nicht locker so das auch der Handschuh selbst bei längeren schnelleren Ballwechseln nicht von der Hand rutschen kann.
  • Reinigung – Hier konnte ich keine Reinigungsempfehlung finden eine Handreinigung oder der Schonwaschgang bei 30 Grad hatte ihn nicht geschadet
  • Preis – leider nicht mehr im Handel erhältlich

TK Total Two AGX 2.1

  • Material – Genau wie beim TKT3 hat TK hier genau die richtige Wahl des Stoffes getroffen.
  • Polsterung – Das Polster ist ein Schaumstoffpolster welches selbst hart geschlagene Bälle optimal dämpft so dass ich keinen noch so stark geschlagenen Ball schmerzhaft gemerkt habe und das bei einem nicht störend hohem Gewicht.
  • Fingerschutz – die Finger sind ebenfalls komplett mit Schaumstoffpolster versehen und ebenso gut beweglich wie bei seinem Vorgänger
  • Gripp – Auch hier hat TK bei der Wahl des Stoffes auf das richtige Pferd gesetzt so dass der Schläger selbst bei schnellen Ballwechseln keiner Zeit ins Rutschen kommen konnte und das Gefühl für den Schläger nicht negativ beeinflusst wird.
  • Handgelenkbandage – diese sitzt ebenfalls genau an der richtigen Stelle und wird auch bei längeren Spielen nicht locker so dass man keiner Zeit das Gefühl hat den Handschuh zu verlieren.
  • Reinigung – kann im Schonwaschgang bei 30 Grad gereinigt werden
  • Preis – abhängig von benötigter Größe etwa 25€

Indian Maharadja Glove

  • Material – leider hat Indian hier für Showdown den falschen Mix gewählt. Auf der Handaußenseite wurde ein optisch ansprechendes Material verwendet jedoch rutscht dieses leider nicht gut über die Platte wodurch ein flüssiges Bewegen der Hand und somit auch des Schlägers negativ beeinflusst wird. Weiterhin wurde auf der Handinnenseite kein Gummierter Stoff verwendet, sondern Leder.
  • Polsterung – Das Polster ist ein Schaumstoffpolster welches selbst hart geschlagene Bälle optimal dämpft so dass ich keinen noch so stark geschlagenen Ball schmerzhaft gemerkt habe.
  • Fingerschutz – die Finger sind ebenfalls komplett mit Schaumstoffpolster versehen und ebenso gut beweglich.
  • Gripp – Wie bereits unter Material erwähnt wurde hier leider kein gummierter Stoff sondern Leder für die Handinnenseiten verwendet, hierdurch hatte ich bei schnelleren Spielwechseln immer das Gefühl den Schläger stärker festhalten zu müssen was im Laufe eines Trainings sehr auf die Handmuskulatur geht, so war es mir auch nicht möglich ein perfektes Gefühl für den Schläger herzustellen.
  • Handgelenkbandage – leider sitzt diese hinter dem Handgelenk so dass sie das Handgelenk nicht schützen kann, jedoch hält sie sehr gut und ich hatte nie das Gefühl das ich den Handschuh verlieren könnte.
  • Reinigung – ich konnte auf der Verpackung leider keine Reinigungsvorgaben finden, aber eine Handreinigung oder Schonwaschgang bei max 30 Grad sollte sicher keinen Schaden hinterlassen.
  • Preis – abhängig von benötigter Größe etwa 20€

GRAYS International Pro

  • Material – hier wurde genau die richtige Kombination aus Synthetik Stoff auf der Hand Außenseite und gummierter Stoff auf der Handinnenseite verwendet.
  • Polsterung – Das Polster ist ein Schaumstoffpolster welches selbst hart geschlagene Bälle optimal dämpft so dass ich keinen noch so stark geschlagenen Ball schmerzhaft gemerkt habe und das ebenfalls bei einem nicht unangenehm hohem Gewicht.
  • Fingerschutz – die Finger sind ebenfalls komplett gepolstert und ebenso gut beweglich
  • Gripp – dank des verwendeten gummierten Stoffs auf der Handinnenseite hatte ich nie das Gefühl das mir der Schläger aus der Hand rutschen kann und ein Gefühl für den Schläger konnte schnell hergestellt werden.
  • Handgelenkbandage – die Bandage ist genau an der richtigen Position um das Handgelenk bei hart geschlagenen Bällen zu unterstützen, weiterhin wird sie nicht locker so das auch der Handschuh selbst bei längeren schnelleren Ballwechseln nicht von der Hand rutschen kann.
  • Reinigung – kann im Schonwaschgang bei 30 Grad gereinigt werden
  • Preis – abhängig von benötigter Größe etwa 20€
  • Besonderes: Die Größe. Anders als die zuvor genannten Modelle scheint der GRAYS kleiner auszufallen. Ich habe eine M getestet und würde eine L bevorzugen.

Fazit

Mein Favorit der Showdown Handschuhe ist eindeutig der GRAYS International Pro. Nicht nur die gewählten Materialien und der Preis haben mich überzeugt, sondern auch der optimale Schutz. So ist neben einem perfekt gewählten Polster auf der Außenhand auch der optimale Fingerschutz gegeben. Weiterhin hat mich die eingenähte Handbandage überzeugt, die mein Handgelenk perfekt unterstützt und ein rutschen des Handschuhs verhindert. Der Preis ist für diese Qualität mit rund 20€ super, sodass ich den GRAYS International Pro jedem von euch nur empfehlen kann.

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