Vor bereits über fünf Jahren beschwerte ich mich hier im Blog erstmals über ein Problem mit meiner schönen geräumigen Mietwohnung. In Ihr ist - selbstverständlich nur Dank Denny 😜 - der Fußboden einfach nicht sauber zu halten. Fast täglich musste ich den Staubsauger schwingen. Es ist echt beeindruckend, wie viele Hundeharre so ein ausgewachsener Labrador mit dem Namen Denny so im Verlauf eines Tages verliert, zumal er tagsüber zusammen mit mir außer Haus ist. Auf Dauer wurde diese Arbeit echt lästig, ich konnte mir selbstverständlich Besseres für meine ohnehin schon geringe Freizeit vorstellen. Eine Alternative musste her. Mein Interesse für Staubsaugerroboter war geboren.

Aufgrund meiner Technikaffinität schien es mir nur logisch diese Aufgabe an ein technisches Spielzeug zu übergeben. Nachdem ich etliche Tests und Erfahrungsberichte gelesen hatte kaufte ich mir Ende 2012 "Susi", meinen Neato XV15. Den Artikel dazu findet Ihr hier. Susi erfüllte Ihre Aufgabe bis vor kurzem sehr zuverlässig und versetzte den Fußboden in meiner kompletten Wohnung stets in einwandfreien Zustand. Ja ihr habt richtig gelesen, bis vor kurzem. Leider hat sie vor wenigen Tagen ihr letztes Lüftchen ausgeblasen 😢

Auf der Suche nach einem würdigen Nachfolger?

In den letzten Jahren hat sich im Bereich Roboterstaubsauger viel getan. Viele Hersteller haben neue verbesserte Modelle auf dem Markt gebracht, andere Hersteller haben sich komplett aus dem Gebiet zurückgezogen. So blieb mir keine andere Wahl als erneut alle Hersteller und Produkte zu vergleichen und das Angebotene nach meinen Bedürfnissen zu bewerten, schließlich wollte ich eine würdige "Nachfolgerin" für Susi finden. Nach reiflicher Überlegung fiel meine Entscheidung, für mich überraschend, auf den recht neu auf dem Markt hinzugekommenen Hersteller Xiaomi.

Aufbau und sonstige Eigenschaften

Der Xiaomi Mi Robot Vacuum (Version 1), macht einen sehr edlen Eindruck und ist wie ein Kreis geformt. Auf der Oberseite ragt wie ich es bereits von Susi kannte ein kleiner Turm hervor, unter dem ein 360 Grad Lidar für die Raumvermessung und Navigation versteckt. Über gerade einmal zwei Bedientasten wird der Roboter bedient. Wieso das ausreicht besprechen wir später. Ein Teil der Oberseite ist gleichzeitig eine Klappe, unter welcher sich ein durchsichtiger Staubbehälter versteckt. Aus der vorderen rechten Seite des kreisrunden Roboters ragt eine rotierende Bürste heraus, welche den Schmutz aus Ecken und Kanten entfernt. Auf der Unterseite fallen einem sogleich neben den zwei großen, beweglichen und recht stabil wirkenden Rädern die über die komplette breite des Saugers ragende Walze die im Zusammenspiel mit der Seitenbürste den kompletten Schmutz mit Hilfe der Saugeinheit in den Schmutzbehälter befördert ins Auge. Abgesehen von der zusätzlichen Kantenbürste ist der Xiaomi Roboter sehr ähnlich zu den Neato Modellen die ich bisher kannte.

Der Roboter wurde in einer schlichten aber stabilen Kiste geliefert. In dieser Kiste befanden sich noch die Ladestation, ein Ladekabel mit amerikanischen Anschluss, ein passender Steckdosenadapter für europäische Steckdosen, ein Handbuch in Chinesischer Sprache und eine Reinigungsbürste. Das Ladekabel mit zugelegtem Steckdosenadapter machten auf mich keinen vertrauenerweckenden Eindruck, stattdessen organisierte ich mir ein passendes Kabel.

Die Inbetriebnahme

Ich stellte die Ladestation am bewährten Platz des vorherigen Saugers auf und ließ meine neue Putzfrau, welche ich zu diesem Zeitpunkt bereits auf den Namen "Miri" getauft hatte, laden. Nach ca. 30 Minuten war der Akku ausreichend voll und Miri begrüßte mich über einen verbauten Lautsprecher in chinesischer Sprache. Während der Ladezeit installierte ich mir die Mi Home Smartphone App von Xiaomi, mit welcher der Großteil der Bedienung des Roboters möglich sein sollte. Für mich war diese Integration (ein Schritt den in den letzten Jahren viele Hersteller gingen) durchaus ein wichtiger Aspekt.

Zu meiner Enttäuschung muste ich festzustellen, dass ich sehende Hilfe benötige, um die Ersteinrichtung zu absolvieren. Zu meinem Glück hatte ich gerade Besuch und so erstellten wir schnell ein entsprechendes Nutzerkonto und stellten die App auf Englisch um. Anschließend konnte der Staubsaugerroboter in das heimische WLAN eingebunden werden und die Firmware erstmalig aktualisiert werden.

In der App lassen sich im nächsten Schritt nun automatische Zeitprogramme und ähnliches konfigurieren. Da ich jedoch bevorzuge den Staubsauger manuell direkt bevor ich die Wohnung verlasse zu starten verzichtete ich auf diesen Schritt. Praktisch ist auch, dass über die App der Staubsauger selbst aus der Ferne überwacht und gesteuert werden kann.

Wie arbeitet Miri?

Nachdem man Miri über den Start-Taster den Befehl zum Saugen gegeben hat ertönt die englische Stimme und verkündet das der Saugvorgang gestartet wird. Anschließend entfernt sie sich wenige Zentimeter von Ihrer Ladestation und schaut sich erst einmal im Raum um, bevor sie mit der Arbeit beginnt. In dieser Zeit vermisst der Roboter mit seinem integrierten Lasersystem den Raum und verschafft sich somit sprichwörtlich ein Bild der Lage. Anschließend nimmt er seine Arbeit auf

Der gesamte Ablauf erinnerte mich stark an das Verhalten der Neato Staubsauger. Vielleicht hat sich Xiaomi hier etwas abgeschaut... Miri fährt genau wie Susi jeden Raum nach dem Ausmessen in Bahnen ab, ohne dabei gegen Stühle, Tischbeine, offene Türen oder ähnliches zu stoßen. Hat Sie einen Raum komplett gesaugt fährt Sie zielstrebig in den nächsten Raum, bis alle Räume gesaugt sind. Sofern ein Raum größer als ca. 25qm ist teilt sie sich den Raum in Teile ein, und saugt diesen in mehreren kleineren Einheiten. Für den Fall das Ihr während des Saugvorganges einmal der Strom ausgeht unterbricht sie den Saugvorgang kurz, um an der Ladestation neue Kraft zu tanken.

Anders als Susi verfügt Miri über die besagte Seitenbürste. Wenn Miri einen Raum betritt fährt Sie zunächst die Außenkanten ab, um anschließend wie bekannt den inneren Bereich in Bahnen abfährt.

Sehr gut gefällt mir die Sprachausgabe des Roboters (wenn auch nur in englischer Sprache). Miri verkündet das Ende des Saugvorgangs, das Zurückfahren zur Ladestation und das Entnehmen und Wiedereinsetzen des Staubbehälters.

In ein weiteres Feature vom Xiaomi Robot Vacuum habe ich mich bereits verliebt, den zweiten Taster, welcher sich Home nennt. Mit diesem Taster kann der Roboter zum Einen angewiesen werden die Arbeit zu unterbrechen und wieder zur Ladestation zurückzukehren. Außerdem kann über diese Taste die Spot-Reinigung gestartet werden. Um gezielt einen kleinen Bereich zu saugen stellt man den Roboter einfach an die gewünschte Stelle, drückt den Home-Taster für etwa zwei Sekunden und die Spot-Reinigung  auf 2*2 Metern beginnt.

Der erste Saugvorgang

Bisher war ich mit allen Eigenschaften des Staubsaugers zufrieden. Wie sieht allerdings das letztendliche Saugergebnis aus? Von diesem hängt meine endgültige Bewertung maßgeblich ab.

Zu diesem Test habe ich meine Wohnung vor dem ersten Saugvorgang etwas präpariert. So habe ich Stühle wild in der Wohnung verteilt aufgestellt, Dennys Teppich mehrere Tage im Voraus bereits nicht mehr gesaugt, Pfeffer und Salz Haufen an mehreren Stellen der Wohnung verteilt, Aktenordner und Bücher auf dem Boden gestellt, Türen nur halb geöffnet und die Tür zum Treppenhaus geöffnet. Anschließend habe ich Miri mit Ihrer Arbeit beginnen lassen.

Das Ergebnis war super. Miri hat nicht nur alle Stühle, Bücher und Aktenordner in den verschiedenen Räumen fein säuberlich umfahren, nein Sie hat sogar beim Saugen in Richtung Treppe diese erkannt und kurz vor dem Absturz umgedreht. Während bei hat Sie alle Pfeffer und Salzhaufen eingesammelt und Dennys Teppich erklommen und von allem Dreck befreit. Weiterhin ist Sie sogar unter mein Sofa und mein Bett gefahren und hat auch an diesen Stellen Ihren Saugvorgang fortgesetzt. Bis hierhin ist alles wie von Susi gewohnt.

Überraschend ist, dass ich während Miri saugte telefonieren konnte. Susi war deutlich lauter und telefonieren im selben Raum wäre undenkbar gewesen.

Fazit

Ich bin von dem Xiaomi Mi Robot Vacuum total begeistert und kann Ihn klar empfehlen. Kritisieren möchte ich, dass die Xiomi Mi Home App nicht barrierefrei ist und, dass der Roboter seine Ansagen nicht in deutscher Sprache ausgeben kann. Ich erhoffe mir, dass Xiaomi hier durch ein Software Update nachbessern wird.

Kommentare  

Latasha
#5 Latasha 2018-04-07 12:29
Superb, what a blog it is!
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Stephan
#4 Stephan 2017-12-13 15:11
Hi Gaby,
wie gut Miri Teppich saugen kann der wiederum auf Teppich liegt kann ich mangels dieser Kombi in meiner Wohnung nicht testen. Ich denke jedoch dass sie auch diese Aufgabe problemlos bewältigen kann ;-)
Hier verhält es sich wie mit den schwer zugänglichen Ecken. Ich konnte noch keine Ecke in meiner Wohnung feststellen in die Miri nicht hinein gekommen ist.
Bezüglich der App, nachdem ich diese einmal mit sehender Hilfe eingerichtet hatte und mir gesagt wurde welcher Schalter wofür steht kann ich sie auch selbstständig bedienen.
Zu guter Letzt noch der Preis, ich habe Miri über gearbest direkt aus China importieren lassen und so nur ca. 240 Euro bezahlt. Alternativ kann man Miri aber auch über Amazon für ca. 400Euro kaufen.
Viele Grüße
Stephan
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Stephan
#3 Stephan 2017-12-13 14:45
Hi Lydia,
bin schon gespannt bald auf deinem Blog einen Beitrag über deinen Sauger zu lesen.
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Gabriele Bender
#2 Gabriele Bender 2017-12-13 14:21
Hi Stephan, echt beeindruckend, wie präzise Technik heute schon sein kann! Sehr schade, dass die App nicht barrierefrei ist und dazu nur in Englisch. Wie kommt Miri mit Teppich auf Teppich klar? Saugt sie auch in Ecken, wenn diese schwerer zugänglich sind, also mehrmals gewendet werden muss? Wie teuer ist so ein Roboter? Gruß Gaby
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Lydiaswelt
#1 Lydiaswelt 2017-12-07 19:41
Super Beitrag. Auch ich experimentiere gerade mit einer elektronischen Perle, die sich mit den Haaren von zwei Katzen auseinandersetzt.
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