Wie jedes Jahr habe ich mich wieder pünktlich zu den Weihnachtsfeiertagen bei meinen Eltern eingefunden. Als ich mich am 24. gerade vor dem Fernseher niederlassen wollte, um mir die jährliche Dröhnung Weihnachtsmärchen zu gönnen, sprach mein Vater: "Tu dich nicht drücken, wir haben heut noch den Baum zu schmücken!".

Bereits wenige Minuten später standen wir mit Handschuhen und Säge bewaffnet im Garten um die einige Jahre zuvor angepflanzte Tanne zu fällen. Es folgte das Einsetzen in den Ständer, die ingenieursgenaue Ausrichtung im Wohnzimmer und die Beschmückung mit Kugeln, Kerzen und Sternen. Fertig waren die Vorbereitungen für Heiligabend.

Kaum waren wir mit allem fertig, läuteten die Kirchenglocken bereits und so hieß es fertig machen für den Gottesdienst mit schrägem Gesang und dem üblichen Krippenspiel. Wieder zurück zu hause angekommen war der Weihnachtsbaum bereits hell erleuchtet, "Schade, nun haben wir doch wieder einmal den Weihnachtsmann verpasst" 😉 Doch einen Grund zum traurig sein gab es nicht, hatte er doch schließlich unter dem Weihnachtsbaum eine Apple Watch Series 2 liegen lassen.

Um es genau zu sagen, es handelt sich um die silberne Sportversion mit grau-grünem Nike Armband in der 38mm Ausführung. Woher wusste er nur das ich mir dieses Modell wenige Wochen zuvor im Apple Store angesehen hatte 😊

Da ich es kaum abwarten konnte, startete ich die Watch (durch längeres Betätigen der länglichen Seitentaste). Nach einer geringen Wartezeit wurde durch eine kurze Vibration angezeigt, dass die Watch bereit ist. Ich drückte dreimal schnell hintereinander auf die digitale Krone um VoiceOver zu starten. Die digitale Krone befindet sich neben dem länglichen Schalter an der Seite der Uhr. Sogleich begrüßte mich - wie ich es bereits vom iPhone her kannte - die VoiceOver Stimme. So war es mir möglich selbstständig den Einrichtungsdialog zu bedienen.

Als erstes wurde ich wie auch beim iPhone nach der Sprache gefragt, um "Deutsch" auszuwählen musste ich ähnlich wie in iOS diese doppelt antippen, damit die Installation in Deutsch weiter gehen konnte. Anschließend wird ein dreidimensionales Sternenbild angezeigt, welches durch seine Eindeutigkeit (entsprechend dem Prinzip der QR-Codes) zur Kopplung zwischen dem iPhone und der Watch auf dem Display der Uhr dient. Ich öffnete die Watch-App auf meinem iPhone und nach betätigen des "Koppeln Starten" Schalters scannte dieses mittels der Kamera den Code ein. Nachdem die Kopplung vollzogen war, wurde ich noch gefragt ob ich meine Apple Watch neu konfigurieren oder aus einem vorhandenen Backup wiederherstellen möchte.

Selbstverständlich wählte ich die Neukonfiguration, schließlich handelt es sich um meine erste Watch. Nun folgten zwei Fragen über die ich mir bisher noch nie Gedanken gemacht hatte, welche mir allerdings zeigten, wie gut durchdacht das ganze System ist. Die Watch wollte wissen, an welchem Handgelenk ich meine Uhr trage und ob ich die Schalter in Richtung Hand oder von dieser weg tragen möchte. Da ich Rechtshänder bin trage ich meine Uhr an dem linken Handgelenk und nachdem ich kurz an der Krone drehte entschloss ich dass ich die Schalter lieber wie gewohnt in Richtung Hand tragen möchte. Dementsprechend traf ich meine Einstellungen.

Nun folgten nur noch die üblichen Geschäftsbedingungen von Apple die man akzeptieren und mit der Eingabe des Apple ID Passworts bestätigen muss. Dann kam noch die Frage nach den Ortungsdiensten, Siri und ob ich es Apple erlaube Diagnosemitteilungen zu senden. Weiterhin konnte/sollte ich noch einen PIN-Code auf der Watch vergeben, bevor ich schlussendlich gefragt wurde, ob ich alle auf meinem iPhone befindlichen "3rd Party Watch-Apps" installieren möchte. Da ich jedoch sehr viele Apps auf meinem iPhone habe und die Watch nur über geringen Speicherplatz verfügt habe ich mich dazu entschlossen dies lieber später manuell auszuführen. So konnte dann endlich die Synchronisation mit dem iPhone beginnen, was bei mir nach etwa einer Minute abgeschlossen war.

Nachdem die ersten Schritte erfolgreich erledigt waren, ging es an die genauere Konfiguration der Watch bzw. von VoiceOver. So kann man festlegen wie schnell VoiceOver reden soll, in welcher Lautstärke, ob Hinweise gesprochen werden sollen, ob der Bildschirmvorhang aktiviert werden soll und ob es beim Arm heben sprechen soll. Hier war ich unsicher was die richtige Wahl ist und da ich dies in den bisher erst 24 Stunden Nutzung bereits mehrfach verändert habe kann ich nur jedem raten es selber auszuprobieren - schließlich hat jeder eigene Ansprüche. Die Uhrenfunktion bietet einige sehr ansprechende Zifferblätter an, um jede Uhr individuell anzupassen, doch da ich mit dem voreingestellten zufrieden war habe ich dieses bisher so gelassen. So lasse ich mir neben der Uhrzeit noch den Stand der täglichen Fitness-Aktivitäten, dem nächsten Termin und das Wetter anzeigen. Ach ich habe alle Einstellungen über das iPhone und die Watch-App vorgenommen, da ich mit diesem deutlich vertrauter bin als mit der Watch.

Die wichtigsten Bediengesten sind schnell erlernt.

Was habe ich mit der Apple Watch nach einem Tag so alles gemacht?

Da Weihnachten ist habe ich viele Weihnachtsgrüße erhalten,. Diese kamen verteilt als neue iMessage-, Facebook-, Twitter- und WhatsApp-Nachrichten an. Die Nachrichten lassen sich in wenigen Sekunden mit Standardantworten (Ja, Nein, melde mich gleich..) beantworten oder mit der Hilfe von Siri können eigene Antworten diktiert werden. Die Spracherkennung funktioniert dabei hervorragend. Dank des "Haptic Touch" - eine simulierte Art des Klopfens auf das Handgelenk - konnte ich mein iPhone und die Watch komplett auf stumm schalten. Dies sehe ich als klaren Pluspunkt an, denn sonst würde jeder mitbekommen, wenn mein iPhone läutet. So merke ich das zukünftig als einziger, wodurch ich auch andere nicht nerve. Das Beste: Ich muss nicht bei jeder unwichtigen Mitteilung das Handy zücken.

Die Haptic Touch Funktion erfüllt einen weiteren Zweck, für mich das absolute Killer-Feature. Man kann sich über die Vibrationen der Uhr die Uhrzeit auf das Handgelenk klopfen lassen. Wie dies funktioniert und welche Möglichkeiten es hier noch gibt erkläre ich ebenfalls in einem späterem Artikel.

Was ein Vorteil ist kann aber auch schnell zum Nachteil werden. Die einfache Kontrolle von Benachrichtigungen am Handgelenk wird schnell zur ständigen Ablenkung. Dank der vielen Weihnachtsgrüße war ich ständig mit der Uhr beschäftigt und wurde so schnell von meiner Familie beschuldigt ungeduldig die Uhr zu kontrollieren. Ob ich noch andere Pläne hätte war die Frage. Ich habe, zumindest über das Wochenende, bis auf iMessage, WhatsApp und Threema alle Benachrichtigungen für die Watch deaktiviert. Ich kann jedem nur empfehlen, sich genau zu überlegen welche Benachrichtigungen über die Watch angezeigt werden sollen, zu viele unnötige können am Handgelenk schnell lästig werden.

Ein großer Vorteil der mir im laufe des kommenden Tages klar wurde ist, dass man auch über die Watch telefonieren kann. Dies funktioniert ohne dass beide Geräte per Bluetooth miteinander verbunden sind. Es reicht, wenn sich beide per WLAN mit dem Internet verbunden sind. So halte ich mich häufig wenn ich bei meinen Eltern bin in der Küche auf, in der kein Handyempfang existiert. Mein Handy kann zukünftig einfach im Wohnzimmer liegen bleiben ohne Gefahr zu laufen einen wichtigen Anruf zu verpassen.

Wie lang hält der Akku?

Die Watch habe ich gestern um 16:00 Uhr mit 80% Ladestand in Betrieb genommen. Bis zum Schlafengehen um 22:45 Uhr war sie dann auf 51% runter, ich hatte also etwa ein Drittel der Akkukapazität in knapp 7 Stunden verbraucht. Nach dem heutigen Aufstehen und Anlegen um 9:00 Uhr verlangte sie nach meinem PIN-Code. Die PIN war notwendig, da die Watch über den Herzfrequenzsensor erkannt hatte, dass ich sie abgelegt hatte.

Selbstverständlich wollte Denny gleich seine tägliche Morgenrunde drehen, diese und die Mittagsrunde verschlingen insgesamt zwei Stunden, welche ich sogleich nutzte, um das Aktivitätentracking zu testen. Mir war nie bewusst das jede dieser Runden 5km lang ist.

Jetzt, exakt 7 Stunden nach dem Aufstehen und 24 Stunden nach dem ersten Anlegen steht die Akkuanzeige auf 38%. Ich habe also in den letzten 24 Stunden ca. 42% Akkuladung verbraucht – das ist mehr als ich erhofft hatte aber immerhin einen Tag hat sie problemlos geschafft. Mir ist aber auch völlig klar, dass dieser Wert selbstverständlich nicht aussagekräftig ist, denn schließlich habe ich die Watch erst eingerichtet und in den letzten 24h ausgiebig getestet.

Um die Akku Problematik und das damit einhergehende Aufladen hat sich der Weihnachtsmann auch schon Gedanken gemacht. Zusätzlich zur Uhr lag noch eine Ladehalterung passend für meinen Nachttischschrank im Paket. Diese Halterung nimmt die Uhr so auf, dass der Taster und die digitale Krone in Richtung Decke zeigen und die Uhr stabil an der Ladefläche anliegt. So wird die Uhr nicht nur geladen, sondern zusätzlich kann frühs der in der Uhr integrierte Wecker über den oben gut erreichbaren Taster deaktiviert werden.

Im Vorfeld wurde viel über die Akkukapazität der Watch diskutiert und geurteilt. Ich sehe das Thema unkritisch. Die Uhr scheint selbst bei stärkerer Nutzung deutlich länger als 24h durchzuhalten. Wer es sich zur Gewohnheit macht die Uhr über Nacht als Wecker auf die Ladehalterung zu legen sollte keine Probleme bekommen.

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